
Finsterwalde „Alter Koßwig“
~ vom Kurfürsten, Trinkern und Mäusen ~
In Finsterwalde versteht man es seit jeher, mit Witz, Stolz und einem guten Schluck das Leben zu feiern. Die Sage um Bürgermeister Koßwig erzählt von einer Zeit, als das Finsterwalder Bier bis an den sächsischen Hof geschätzt wurde – und ein feuchtfröhlicher Wettstreit zwischen Bürgersinn und fürstlicher Würde seinen Lauf nahm.
Das Wandbild erinnert an diesen legendären Moment, in dem Humor, Mut und Gemeinschaftssinn stärker waren als Rang und Titel – ganz im Geist der Finsterwalder, die bis heute stolz auf ihr Lied, ihr Bier und ihre Geschichten sind.
Die Geschichte hinter dem Bild
Im 16. Jahrhundert, als Bier nicht nur Durst löschte, sondern auch Geschichten schrieb, nahm in Finsterwalde ein Ereignis seinen Lauf, das bis heute überliefert wird. Damals brauten die Finsterwalder ein Bier, das so gut war, dass selbst der sächsische Kurfürst regelmäßig beliefert werden wollte.
Deshalb wurde Koßwig zum Kurfürsten eingeladen. Ihr Gespräch begann als höfliche Plauderei, wurde aber bald zu einer Wette: Wer mehr Krüge des Finsterwalder Bieres trinken könne, solle den Ritterschlag erhalten.
Der Kurfürst wählte einen seiner besten Trinker, während Koßwig selbst antrat. Krüge wurden gefüllt, Stimmen wurden lauter, und das Gelächter hallte durch den Saal. Bald zeigte sich, sehr zum Ärger des Kurfürsten, dass der Bürgermeister die Oberhand behielt.
In seinem Ärger griff dieser zu einer List. Er ließ eine Maus in Koßwigs Humpen fallen, in der Hoffnung, ihn aus dem Gleichgewicht zu bringen. Doch Koßwig, aufmerksam und gelassen, bemerkte den Schwindel. Er fischte die Maus heraus, lächelte und sagte nur: „Ein Blatt ist mir in den Krug gefallen.“ Dann hob er das Gefäß und trank es in einem Zug leer.
Der Wettstreit war entschieden. Koßwig hatte mit Witz, Haltung und Humor gesiegt. Als der Kurfürst ihm den versprochenen Ritterschlag anbot, bat Koßwig ihn um etwas anderes: ein Stück Wald für die Bürger seiner Stadt.
So schenkte der Fürst den Finsterwaldern das Land, das noch heute als Bürgerheide bekannt ist. Ein Ort, der an den Mut und die Bescheidenheit eines Mannes erinnert, der nicht für sich selbst kämpfte, sondern für seine Stadt.
Quelle: „Meister Abraham“; Manfred Woitzik; BücherKammer 2008

Über Finsterwalde
Finsterwalde ist eine charmante Kleinstadt im Süden Brandenburgs, mitten in der Niederlausitz. Bekannt ist sie vor allem als „Sängerstadt“, ein Titel, der auf ihre lange Chorgesangstradition zurückgeht. Die Stadt verbindet historische Architektur – etwa rund um den Marktplatz mit dem Rathaus und den Bürgerhäusern – mit lebendiger Kultur, Musikfesten und moderner Lebensart. Umgeben von Wäldern, Teichen und sanfter Hügellandschaft bietet Finsterwalde zugleich Ruhe, Geschichte und regionale Identität – typisch Lausitz, herzlich und bodenständig.