
Münchhausen: „Kein Federlesen“
~ vom Erpel, der durchs Fenster flog ~
Das Wandbild erzählt mit einem Augenzwinkern von jenen Begebenheiten, die das Leben auf dem Land so unverwechselbar machen – voller Humor, Zusammenhalt und kleiner Missgeschicke.
Da ist der nächtliche Streich mit dem fliegenden Erpel, der für ordentlich Aufruhr sorgte, der Schmied, dessen Pferd samt Tor enteilte, und die Frauen, die beim Federschleißen genauso eifrig lachten wie arbeiteten – bis ihnen die Männer mit Sperlingen die Ruhe raubten.
Doch zwischen all den Scherzen blitzen auch die ernsteren Seiten des Dorflebens auf: die Hilfsbereitschaft in schweren Zeiten, die Not während des Krieges und die kleinen Schwächen menschlicher Natur, die heute mit einem Schmunzeln erzählt werden.
Das Wandbild ist ein liebevolles Denkmal an jene Geschichten, die zeigen, wie nah Humor und Herz im Dorfleben beieinanderliegen.
Die Geschichte hinter dem Bild
Ein Erpel zur falschen Zeit
Nach einem Polterabend machten sich drei junge Gäste auf den Heimweg. Sie kamen an einem Haus vorbei, dessen Schlafzimmerfenster offenstand. Im Übermut besann man sich eines Entengeheges in der Nachbarschaft, stahl sich dort einen Erpel und warf ihn zielsicher durch das eben entdeckte Schlafzimmerfenster. Der Schreck des gerade noch schlafenden Paares war groß und das Geschnatter noch größer.
Das Pferd und das Tor
Der Dorfschmied war nicht immer vom Glück verfolgt. Eines Tages sollte er ein Pferd beschlagen und dessen Besitzer band es am Hoftor fest. Kaum hatte er sich abgewandt, machte das Tier einen Satz nach vorn, riss das Tor aus den Angeln und galoppierte samt Tor davon.
Federlesen mit Hindernissen
Wenn im Winter die Arbeit auf den Feldern ruhte, saßen die Frauen des Dorfes beisammen, um Federn zu schleißen. Das Schleißen der Federn für Kissen und Decken war nicht nur Arbeit, sondern auch Geselligkeit. Es wurde getratscht und gelacht und auch getrunken. Die Männer aber wussten sich in dieser Zeit meist anders zu beschäftigen. Man erzählt, dass sie, vom Warten und Trinken gelangweilt, Sperlinge einfingen und sie in die Federn warfen. So hatten auch sie ihren Spaß am Geschnatter und Gekreische der Damen.
Helfende Hände
In den Kriegsjahren waren französische Gefangene im Dorf zur Arbeit eingeteilt. Am Abend schloss man sie im Saal der Gaststätte ein, bis sie am nächsten Morgen wieder hinausgeführt wurden. Doch der Hunger war groß, und so baten sie die Dorfkinder, ihnen Frösche zu bringen.
Die Kinder nahmen den Auftrag ernst und schoben die Tiere unter der Tür hindurch.
Ein Apfeldieb und die letzte Nacht
Auch das kleine Dorfgefängnis hat seine Geschichten. Sein letzter Insasse saß nur eine Nacht – und das wegen ein paar gestohlener Äpfel. Am Morgen ließ man ihn wieder gehen, und das Gefängnis blieb fortan leer. Heute dient es den Einwohnern als Spritzenhaus.
Alle Geschichten basieren auf den Erzählungen der jeweiligen Dorfbewohner.

Über Münchhausen
Münchhausen ist ein kleines, ruhiges Dorf in der Niederlausitz, umgeben von Feldern, Wiesen und Wäldern. Die ländliche Idylle und der enge Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft prägen das Leben hier. Historisch gewachsen und typisch für die Region, vereint Münchhausen traditionelle Lausitzer Kultur mit natürlicher Beschaulichkeit – ein Ort, an dem Geschichte, Natur und dörfliche Herzlichkeit aufeinandertreffen.