
Birkwalde: „Der Hühnerklau“
~ von Hühnern in der Mikrowelle ~
Das Wandbild von Birkwalde erzählt mit Augenzwinkern von den kleinen und großen Geschichten eines Dorfes, das das Feiern nie verlernt hat. Wenn die Musik verklang, der Hunger kam und der Mut mit dem Bier wuchs, nahm so mancher Abend eine unerwartete Wendung – wie beim legendären Hühnerklau, der mehr Lacher als Mahlzeit brachte.
Zwischen Humor und Herzlichkeit finden auch andere Dorfgeschichten ihren Platz: die tapfere Stute „Lore“, die nach einem Unfall aus dem Brunnen gerettet wurde, und der pfiffige Junge, der sich lieber hinter der Milchkanne versteckte, als im Haushalt zu helfen.
So zeigt das Wandbild das wahre Herz von Birkwalde – ein Dorf voller Witz, Zusammenhalt und Menschlichkeit, wo selbst Missgeschicke zu Geschichten werden, die man noch Generationen später lachend erzählt.
Die Geschichte hinter den Bild
Der Hühnerklau
Die Birkwalder sind ein Völkchen, dass sich aufs Feiern versteht. Wenn der Tanz vorbei war, zog es die fröhliche Runde noch nicht ins Bett, sondern in einen ihrer Höfe. Bald kam der Hunger.
Dieses Mal sollte es ein Brathühnchen sein. Also schickte man, beschwingt vom Biergenuss, einen Wagemutigen in den Hühnerstall des Nachbarn. Im Schutz der Dunkelheit griff er beherzt zu und triumphierend kehrte er mit seiner Beute zurück. Doch als man das Tier im Licht der Stube betrachtete, wich die Freude schlagartig der Erkenntnis: Es war des Nachbarn Zuchthahn!
Also blieb nichts anderes übrig, der stolze Gockel wurde zurückgebracht und gegen ein gewöhnliches Huhn getauscht. Dieses fand sein Ende in der Küche der feuchtfröhlichen Gesellschaft. Man rupfte, man würzte, man schob das arme Tier, ganz modern, in die Mikrowelle, um den Bratprozess zu beschleunigen.
Das Ergebnis: ungenießbar. Ein zäher Klumpen, weit entfernt von kulinarischem Genuss.
Und so blieb als Trost nur die Moral:
„Klau des Nachbarn Hühner nicht,
denn fehlt dir’s Zeug zum Braten schlicht,
bekommst du statt des Festmahls hier,
nur ein zähes Gummitier.“
Hinter der Mikrowelle erscheint die Stute „Lore“. In den 1970er Jahren brach sie durch die Abdeckung eines Brunnens und drohte zu ertrinken. Mit einer Harke hielt man ihren Kopf über Wasser, bis Hilfe kam. Schließlich wurde sie mit einem Seilkran geborgen, aufgerichtet und stand, erschöpft aber lebendig, wieder auf ihren vier Hufen.
Und irgendwo, zwischen Milchkanne und Kutschbock, lugt ein junger Bursche hervor. Er versteckte sich regelmäßig dort, um den häuslichen Pflichten zu entkommen.
Alle Geschichten basieren auf den Erzählungen der jeweiligen Dorfbewohner.

Über Breitenau
Breitenau ist ein kleiner Ortsteil der Stadt Sonnewalde im Landkreis Elbe-Elster in der Niederlausitz. Das Dorf liegt ruhig inmitten von Feldern und Wiesen und ist geprägt von ländlichem Charme und engem Gemeinschaftsleben. Besonders aktiv ist die örtliche Freiwillige Feuerwehr, die auch an Feuerwehrsportwettkämpfen teilnimmt.